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November-Blues?


Novembertag

 

Der Morgen hat Nebel

um die Hüften geschlungen.

Er fühlt sich wohl im feuchten Kleid.

Doch der Tag hat ihm

den Schleier genommen,

Enthüllung macht sich zaghaft breit.

Und dann ... durchwirkt vom Glanz der Sonne,

zeigt selbst der November noch Farbigkeit.

 

Gerti Kurth

 


Es ist November und die Tage werden immer kälter, kürzer und dunkler.

Für viele Menschen beginnt jetzt eine schwierige Zeit, sie fühlen sich antriebsarm, müde, lustlos, traurig, irgendwie deprimiert. November-Blues.

Ausgelöst wird dieses Stimmungstief, die sogenannte Saisonal Abhängige Depression (SAD), vor allem durch den Lichtmangel in der dunkleren Jahreszeit. Ohne Licht fährt der Körper die Produktion des "Glückshormons" Serotonin herunter. Dafür steigt in der Dunkelheit der Melatonin-Spiegel, der normalerweise in der Nacht den Schlaf steuert und uns daher müde und schlapp macht.

 

Was liegt jetzt also näher, als so viel wie es nur möglich ist, nach draußen zu gehen und Tageslicht zu tanken!

 

 

Wenn da nicht die Sache mit dem schlechten Wetter wäre.

Aber:

Wer kennt ihn nicht, den Spruch: "Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung!"

Ja tatsächlich, er ist wahr - also ab in die dicken Kuschelklamotten und raus in die Natur und ans Licht.

 

Dann ist da aber noch die Sache mit der inneren Einstellung.

Über neblige, graue, kalte, regnerische Tage kann man schnell ins Meckern geraten ("Bei dem Wetter jagt man doch keinen Hund vor die Tür!"), aber das ist genau der Casus Knacksus:

Warum nicht den Blickwinkel verändern und sagen, okay, es ist zwar trüb, nass und kalt, aber wer weiß, was draußen trotzdem - oder gerade deshalb - an Besonderem und einmalig schönen Dingen und Momenten auf mich wartet?

 

Ich liebe Spaziergänge und Wanderungen in die naheliegende Natur, habe ein paar meiner herbstlichen Entdeckungen und Momente in Form von Fotos hierher mitgebracht und kann nur jeden ermutigen, loszuziehen auf kleine oder größere Touren und dabei den Blick zu schärfen ...

 

Ist man erstmal draußen in der Natur, wird man sofort mit vielfältigen Sinneseindrücken konfrontiert, die sehr rasch und ohne viel eigenes Dazutun dafür sorgen, dass Mensch sich wohler und lebendiger fühlt.

 

Denn der Herbstwind weht einem um die Nase, es duftet (ach ja, so ganz anders als im Sommer) und es ist hell. Auch an grauen Tagen, so las ich, ist es unter freiem Himmel noch ungefähr fünf mal so hell wie in einem Raum.

Man hört die Blätter bei jedem Schritt unter den Füßen rascheln, das erinnert mich jedesmal an glückliche Kindertage.

Und wirklich, es gibt so unfassbar viel zu sehen!

 

Ein einfacher Weg im Wald kann geradezu berauschend sein ...

... oder ein stiller See im Nebel mit seinen sanften Spiegelungen kann so wunderbar entspannend und beruhigend wirken.

Und dann den Blick einmal auf die Kleinigkeiten am Wegesrand gerichtet, erfreuen einen zum Beispiel winzige Perlenketten und Tröpfchenfänger ...

... oder es überraschen knallrote Beeren und Früchte.

Grauer Tag? Tristesse? Gar nicht wahr! Plötzlich wie weggeweht!

 

Manchmal ist es, als würde die Sonne Verstecken spielen und wenn man sie dann unerwartet entdeckt, erlebt man beglückende Momente.

Die Natur hält zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter so unsagbar Vieles für uns bereit,

dabei ist sie immer veränderlich und doch konstant.

Sie vermag es, uns ruhig und dankbar werden zu lassen,

und sie zeigt uns, was es heißt, lebendig zu sein.

Sie kann uns so viel Freude geben - lassen wir uns beschenken!

 

 Verstehen wir uns als Teil von ihr und nutzen ihre Kraft und Schönheit für uns und unser Wohlbefinden.


November

 

Winterwerbend spiegelt sich

des Windewirrwarrs buntes Blätterweben in Pfützenpoesie.

Esther Klepgen


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Kommentare: 1
  • #1

    Martin Volker (Sonntag, 24 November 2019 10:38)

    Nicht nur jedes einzelne Deiner Fotos ist ein wunderbares Unikat. Du bist es auch!